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Panels

Pterodactyl, Crafty & Co.? Welches Panel für wen

Alle vier lösen dasselbe Grundproblem: Server über eine Weboberfläche starten, stoppen, konfigurieren, ohne jedes Mal per SSH ranzumüssen. Aber sie tun das mit ganz unterschiedlicher Philosophie.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · von Jan, Fixpunkt Gaming

Ich richte je nach Situation eines von diesen vier ein, nicht danach, was gerade am meisten Hype hat. Hier meine ehrliche Einschätzung, wann welches Sinn ergibt.

Pterodactyl: der Platzhirsch für Multi-Server-Setups

Pterodactyl gehört zu den am weitesten verbreiteten Panels im Gameserver-Bereich, auch im Hintergrund einiger kommerzieller Hoster. Jeder Server läuft isoliert in einem eigenen Docker-Container, was Sicherheit und Ressourcenkontrolle deutlich vereinfacht. Über sogenannte "Eggs" (fertige Vorlagen) unterstützt es praktisch jedes gängige Spiel, von Minecraft über Valheim bis Counter-Strike, und was fehlt, lässt sich nachrüsten.

  • Stärken: Größtes Add-on-Ökosystem der hier verglichenen Panels, sehr stabil im Dauerbetrieb, saubere Trennung mehrerer Server über Docker. Die Nutzerverwaltung mit granularen Berechtigungen ist ideal, wenn mehrere Leute Zugriff auf unterschiedliche Server bekommen sollen.
  • Schwächen: Die Ersteinrichtung ist deutlich technischer, mit Docker, einer Datenbank und einem separaten "Wings"-Daemon. Das ist kein Fünf-Minuten-Klick, sondern ein echtes Setup-Projekt.
  • Unterstützte Spiele: Über sogenannte "Eggs" praktisch beliebig erweiterbar, darunter Minecraft, Valheim, Rust, ARK, CS2, Terraria, Palworld und viele mehr. Vollständige, aktuelle Liste im offiziellen Egg-Verzeichnis.
  • Läuft unter: Primär Linux.

Crafty Controller: einfach, aber mit Grenzen

Crafty verfolgt den genau entgegengesetzten Ansatz: eine schlanke, aufgeräumte Oberfläche für Einzelpersonen oder kleine Communitys, die einen oder wenige Server verwalten wollen, ohne sich vorher mit Docker oder Datenbank-Setup auseinanderzusetzen. Es bringt automatische Backups direkt mit und läuft sowohl unter Linux als auch unter Windows.

  • Stärken: Schnell installiert, intuitive Oberfläche, automatische Backups eingebaut. Für den klassischen "ein bis zwei Minecraft-Server für meine Gruppe"-Fall deckt es die allermeisten Bedürfnisse ab.
  • Schwächen: Die Entwicklung ist aktiv, aber es kommt immer wieder zu größeren Änderungen zwischen Versionen. Für einen einzelnen Community-Server meist kein Problem, für einen produktiven Mehrserver-Betrieb mit hohen Verfügbarkeitsansprüchen ist Pterodactyl aktuell die robustere Wahl.
  • Unterstützte Spiele: Ausschließlich Minecraft, dafür beide Editionen (Java & Bedrock) inklusive gängiger Server-Software wie Paper, Spigot oder Waterfall. Andere Spiele laufen darüber nicht.
  • Läuft unter: Linux und Windows.

AMP

AMP von CubeCoders verfolgt einen anderen Ansatz als Pterodactyl und Crafty: durchgehend kommerziell, ohne kostenlose Version. Die günstigste Lizenz heißt Standard, hat 5 Instanzen und kostet einmalig um die 10 US-Dollar. Die größeren Lizenzstufen Professional, Advanced und Enterprise erlauben mehr gleichzeitige Instanzen.

  • Stärken: Unterstützt eine sehr große Bandbreite an Spielen und Anwendungen, weit über die üblichen Minecraft-artigen Server hinaus (u. a. auch Source-Engine-Spiele wie Counter-Strike, Terraria, diverse Voice- und Tools-Server). Läuft nativ unter Windows und Linux, gilt als sehr einsteigerfreundlich.
  • Schwächen: Kein Open-Source-Projekt und komplett kostenpflichtig, keine dauerhaft kostenlose Stufe. Die Instanzenzahl pro Lizenz ist begrenzt, für mehr gleichzeitige Server braucht es eine höhere Lizenzstufe.
  • Unterstützte Spiele: Dutzende Titel, u. a. Minecraft, Rust, ARK, Palworld, 7 Days to Die, Satisfactory und diverse Source-Engine-Spiele wie Counter-Strike. Vollständige Liste in der offiziellen Kompatibilitätsübersicht.
  • Läuft unter: Windows und Linux.

PufferPanel

PufferPanel ist ein schlankerer, quelloffener Ableger derselben Grundidee wie Pterodactyl, aber bewusst leichtgewichtiger gebaut: Go-basiertes Backend, einfacheres Template-System, spürbar schnellere Installation.

  • Stärken: Kostenlos und Open Source, deutlich schlankere Installation als Pterodactyl, läuft auch auf sehr kleinen Servern ressourcenschonend.
  • Schwächen: Kleineres Ökosystem an fertigen Vorlagen und eine kleinere Community als Pterodactyl, dadurch weniger Dokumentation für Randfälle.
  • Unterstützte Spiele: Minecraft (inkl. Forge, Spigot, Sponge, PocketMine), BungeeCord sowie diverse Source-Dedicated-Server. Übersicht im offiziellen Template-Repository.
  • Läuft unter: Linux (primär).

Direkter Vergleich

PterodactylCraftyAMPPufferPanel
Am besten fürMehrere Server, mehrere NutzerWenige Server, kleine GruppeBreite Spiele-/App-UnterstützungSchlanke Open-Source-Alternative
KostenKostenlosKostenlosKostenpflichtig (ab ca. 10 US-Dollar, einmalig)Kostenlos
ErsteinrichtungAufwendig (Docker, Wings, DB)Schnell und unkompliziertEinfachEinfach bis mittel
BetriebssystemLinuxLinux & WindowsLinux & WindowsLinux
Stabilität im DauerbetriebSehr hochSolide für EinzelserverHochSolide

Meine Faustregel: Pterodactyl ist mein Standard-Pick. Es deckt die größte Bandbreite an Spielen ab und ist im Dauerbetrieb am robustesten. Die Ausnahme: Geht es nur um einen einzelnen Minecraft-Server für eine Gruppe, ohne Pläne für weitere Server, reicht Crafty völlig aus und ist schneller eingerichtet. Braucht ihr eine besonders breite Mischung an Spielen und Anwendungen, auch Windows-Anwendungen, und ist Budget für eine Lizenz da, passt AMP am besten. Soll es quelloffen und ressourcenschonend bleiben, bei wenig Server-Kapazität, ist PufferPanel die richtige Wahl. Im Zweifel installiere ich trotzdem das, was zu eurer tatsächlichen Situation passt, nicht einfach meinen Favoriten.

Panel-Installation & Einrichtung

Ich installiere das Panel, das zu deiner Situation passt, komplett fertig eingerichtet, inklusive Benutzer, Berechtigungen und erstem Server-Node. 79 €, im Bundle mit Gameserver-Setup 129 € statt 148 €.

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