Server-Hardening: Die Checkliste für Fortgeschrittene
Konkrete Schritte für einen frischen Ubuntu- oder Debian-Server. Setzt Grundwissen im Umgang mit der Kommandozeile voraus — wenn dir das zu viel ist, lies stattdessen warum das Ganze überhaupt wichtig ist und lass mich das für dich machen.
Bevor du loslegst: Teste jeden SSH-bezogenen Schritt in einer zweiten, offenen Terminal-Sitzung, bevor du die erste schließt. Wenn du dich versehentlich aussperrst, brauchst du die Rescue-Console deines Hosters, um wieder reinzukommen.
1System aktuell halten
Der Klassiker, aber er wird trotzdem oft übersprungen. Ein aktuelles System schließt bekannte Sicherheitslücken, für die längst Exploits im Umlauf sind.
apt update && apt upgrade -y
Für automatische Sicherheitsupdates zusätzlich:
apt install unattended-upgrades -y dpkg-reconfigure --priority=low unattended-upgrades
2SSH-Key statt Passwort
Erzeuge auf deinem eigenen Rechner ein Schlüsselpaar (falls noch nicht vorhanden) und kopiere den öffentlichen Schlüssel auf den Server:
ssh-keygen -t ed25519 -C "dein-server" ssh-copy-id benutzername@deine-server-ip
Danach in /etc/ssh/sshd_config Passwort-Login und Root-Login per SSH deaktivieren:
PasswordAuthentication no PermitRootLogin no
systemctl restart ssh
(Auf Ubuntu/Debian heißt der Dienst ssh, nicht sshd — auf manchen anderen Distributionen wie CentOS/RHEL ist es umgekehrt. Falls ssh nicht gefunden wird, systemctl status ssh sshd zur Kontrolle.)
Ab jetzt kommt niemand mehr per Passwort-Brute-Force auf den Server, der Schlüssel lässt sich praktisch nicht erraten.
3Firewall einrichten (UFW)
Nur die Ports freigeben, die du wirklich brauchst, alles andere bleibt zu:
apt install ufw -y ufw allow OpenSSH ufw allow 25565/tcp # Beispiel: Minecraft ufw enable
Ersetze 25565 durch den tatsächlichen Port deines Gameservers oder Panels. Mit ufw status prüfst du danach, welche Regeln aktiv sind.
4Fail2ban gegen automatisierte Login-Versuche
Fail2ban sperrt IP-Adressen automatisch temporär, wenn sie zu oft fehlgeschlagene Login-Versuche produzieren:
apt install fail2ban -y cp /etc/fail2ban/jail.conf /etc/fail2ban/jail.local
In /etc/fail2ban/jail.local im Abschnitt [sshd] aktivieren und Werte nach Bedarf anpassen, z. B.:
[sshd] enabled = true maxretry = 4 bantime = 1h findtime = 10m
systemctl restart fail2ban
5Unnötige Dienste deaktivieren
Alles, was nicht läuft, kann auch nicht angegriffen werden. Prüfe, was auf dem Server aktiv ist, und schalte ab, was du nicht brauchst:
systemctl list-unit-files --state=enabled
systemctl disable --now dienstname
6SSH-Port ändern (optional)
Kein echter Sicherheitsgewinn im klassischen Sinn, aber es reduziert die schiere Masse an automatisierten Scan- und Brute-Force-Versuchen spürbar, weil die meisten Bots stur Port 22 abklappern. In sshd_config:
Port 2222
Nicht vergessen, den neuen Port in der Firewall freizugeben, bevor du den alten schließt, sonst sperrst du dich selbst aus.
Nicht vergessen: Hardening ersetzt kein Backup. Ein sauber abgesicherter Server kann trotzdem durch Hardware-Defekte, eigene Fehlkonfiguration oder ein fehlerhaftes Update Daten verlieren. Automatische Backups sind eine eigene Baustelle, dazu mehr im Ratgeber: Backup-Politik. Im Pro-Setup richte ich das standardmäßig mit ein.
Wenn dir das zu viel Bastelei ist oder du es einfach nicht selbst machen willst: Genau das übernehme ich im Rahmen der Server-Absicherung, inklusive kurzer Einweisung, was ich eingerichtet habe und warum.
Lieber machen lassen?
Ich richte SSH-Härtung, Firewall, Fail2ban und mehr einmalig für dich ein — 59 €, als Zusatzoption zu jedem Paket.
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