← Zurück zum Ratgeber
Spiele

Hytale-Server erstellen: Ersteinrichtung in der Early Access

Es gibt nur eine offizielle Server-Software, HytaleServer.jar von Hypixel Studios, dafür ein paar Eigenheiten, die bei Minecraft längst gelöst sind: strikte Versionsbindung, ein anderes Netzwerkprotokoll, und ein Setup, das deinen eigenen Hytale-Account voraussetzt.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · von Jan, Fixpunkt Gaming

Hytale ist seit dem 13. Januar 2026 in der Early Access, und anders als bei Minecraft gibt es hier noch kein gewachsenes Ökosystem aus Community-Forks wie Paper oder Fabric, das du erst sortieren musst. Es gibt genau eine offizielle Server-Software, HytaleServer.jar, direkt von Hypixel Studios. Das macht die Software-Entscheidung einfacher, dafür kommen ein paar andere Eigenheiten dazu, die bei einem etablierten Spiel wie Minecraft längst gelöst sind: strikte Versionsbindung zwischen Client und Server, ein anderes Netzwerkprotokoll, und ein Setup, das deinen eigenen Hytale-Account voraussetzt.

Dieser Artikel geht durch, wie du an die Server-Dateien kommst, wie der erste Start unter Windows und Linux abläuft, und worauf du bei den Ersteinstellungen achten solltest.

Was du vor dem ersten Start klären solltest

Wo läuft der Server?

Genau wie bei Minecraft: eigener Root-Server, Massenhoster oder die eigene Maschine im Heimnetz. Für alles über eine reine Testinstallation hinaus ist ein gemieteter Server auch hier meistens praktischer, mehr dazu in der Hoster-Übersicht, die Anforderungen an Bandbreite und Uptime unterscheiden sich zwischen den Spielen kaum.

Wie viel Leistung braucht dein Server?

Hypixel Studios selbst nennt als Minimum 4 GB RAM und Java 25, auf x64- oder arm64-Hardware. In der Praxis ist das knapp bemessen: Community-Betreiber, die seit dem Launch produktiv hosten, berichten von häufigen Abstürzen bei genau 4 GB, sobald mehrere Spieler gleichzeitig online sind und mehr Terrain geladen wird. Eine grobe Orientierung, kein Ersatz für eigenes Beobachten von CPU- und RAM-Auslastung, wie es Hypixel Studios in der eigenen Dokumentation auch empfiehlt:

SzenarioBeispielRAM (Java-Heap)CPU
Solo-Test oder Minimalbetrieb1 bis 2 Spieler, kurze Sessions4 GB2 Kerne, 3,5 GHz+, offizielles Minimum
Kleine private Runde4 bis 8 Freunde6 GB4 Kerne, möglichst 4 GHz+ pro Kern
Größere Runde8 bis 15 Spieler8 bis 12 GB4 bis 6 Kerne, weiterhin hohe Taktrate pro Kern
Öffentlicher Community-Server20 bis 30+ Spieler12 GB+6 bis 8+ Kerne

Bei der CPU zählt, anders formuliert als bei RAM, die Taktrate pro Kern mehr als die reine Kernzahl: Weltgenerierung, NPC-Simulation und die Voxel-Physik laufen bei Hytale größtenteils auf einzelnen Threads, ein Vierkerner mit hohem Takt schlägt hier tendenziell einen Achtkerner mit niedrigerem Takt. Mehr Kerne helfen trotzdem, sobald mehr gleichzeitige Verbindungen und Hintergrundaufgaben dazukommen, deshalb wächst die Kernzahl in der Tabelle mit der Server-Größe, auch wenn Singlethread-Leistung durchgehend der wichtigere Faktor bleibt. Ein Grund, warum das bei Hytale spürbarer ist als bei vielen anderen Servern: Das Spiel läuft server-autoritativ, Weltgenerierung, NPC-KI, Physik und auch serverseitige Mod-Logik werden komplett auf dem Server berechnet, nicht teilweise auf dem Client, das verschiebt die Last stärker auf die Server-CPU als bei client-lastigeren Spielen.

Der mit Abstand größte Hebel für RAM und CPU gleichermaßen ist dabei nicht die Spielerzahl, sondern die View Distance: Eine Verdopplung der View Distance vervierfacht laut Hypixel Studios die zu ladende und zu simulierende Weltfläche, nicht verdoppelt sie sie nur.

Welche Java-Version brauchst du?

Anders als bei Minecraft gibt es hier keine Versionsgeschichte mit unterschiedlichen Java-Anforderungen je nach Release, Hytale läuft von Anfang an durchgängig auf Java 25, offiziell empfohlen wird die Adoptium-Distribution (Eclipse Temurin).

Du brauchst einen gültigen Hytale-Account

Der Server authentifiziert sich beim Start über deinen Account, ohne das kann er weder mit den Hytale-Onlinediensten kommunizieren noch Spieler annehmen. Pro Hytale-Lizenz sind laut offiziellem Server-Handbuch aktuell bis zu 500 Server zulässig, eine Obergrenze, die laut Hypixel Studios vor allem gegen Missbrauch in der frühen Early-Access-Phase eingezogen wurde.

Die drei Wege, an die Server-Dateien zu kommen

Offiziell dokumentiert sind drei Methoden, mit unterschiedlichen Trade-offs, Stand des Hytale Server Manual: Juni 2026.

  • Manuelles Kopieren aus der Launcher-Installation. Voraussetzung: Du hast den Hytale-Launcher bereits installiert und das Spiel mindestens einmal aktualisiert. Die Dateien liegen hier:
    %appdata%\Hytale\install\release\package\game\latest   # Windows
    $XDG_DATA_HOME/Hytale/install/release/package/game/latest   # Linux
    ~/Library/Application Support/Hytale/install/release/package/game/latest   # macOS
    Kopiert werden müssen der Ordner Server und die Datei Assets.zip. Schnell für einen ersten Test, aber mühsam aktuell zu halten, weil du dafür jedes Mal den Launcher aktualisieren und erneut kopieren musst.
  • Hytale Downloader CLI. Ein eigenständiges Kommandozeilen-Tool mit OAuth2-Authentifizierung, das die Server- und Asset-Dateien direkt herunterlädt, ohne dass der Launcher installiert sein muss. Download unter downloader.hytale.com/hytale-downloader.zip (Linux und Windows). Von Hypixel Studios selbst als der Weg für Produktivserver empfohlen, weil sich der Server darüber sauber aktuell halten lässt.
  • Bootstrap direkt aus HytaleServer.jar. Die JAR-Datei selbst kann mit --bootstrap in einem Minimalmodus starten, sich authentifizieren und den Rest der Serverdateien automatisch nachladen. Praktisch, wenn du nur die eine Datei zur Hand hast und kein separates Downloader-Tool einrichten willst, dazu gleich mehr im Startablauf.

Server starten: Windows und Linux getrennt

Java-Version und Grundprinzip sind auf beiden Systemen identisch, die konkreten Befehle unterscheiden sich. Der folgende Ablauf nutzt die Bootstrap-Methode, weil sie ohne zusätzliches Tool auskommt und automatisch die vom offiziellen Update-System erwartete Ordnerstruktur anlegt.

Windows

  1. Java 25 installieren. Am schnellsten per winget in PowerShell:
    winget install --id EclipseAdoptium.Temurin.25.JDK -e
    Prüfen mit java --version, erwartet wird eine Ausgabe in der Art openjdk 25.0.1 ... Temurin-25.0.1+8.
  2. Ordner anlegen und HytaleServer.jar besorgen. Einen leeren Ordner anlegen, zum Beispiel C:\hytale\mein-server, und die aktuelle HytaleServer.jar von der offiziellen Maven-Ablage (maven.hytale.com/release) oder über die Downloader CLI dort hineinlegen.
  3. Bootstrap starten.
    java -jar HytaleServer.jar --bootstrap
    Das startet einen Minimalprozess, der sich nur um Authentifizierung und den Rest-Download kümmert.
  4. Authentifizieren. In der Serverkonsole:
    /auth login device
    Der Server zeigt eine URL und einen Code an, zum Beispiel accounts.hytale.com/device mit einem Code wie ABCD-1234. Diese URL im Browser öffnen, mit dem eigenen Hytale-Account einloggen und den Code bestätigen. Nach erfolgreicher Bestätigung meldet die Konsole Authentication successful.
  5. Vollständig herunterladen. In der Konsole:
    /update setup
    oder /update download. Das lädt Server-JAR, Assets.zip und die Launcher-Skripte vollständig herunter, richtet die Ordnerstruktur ein und beendet den Bootstrap-Prozess.
  6. Installer-JAR manuell entfernen. Unter Windows kann sich die ursprüngliche HytaleServer.jar aus Schritt 2 nicht selbst löschen, während sie läuft, das nach Abschluss von Hand aus dem Hauptordner entfernen. Übrig bleibt eine Struktur mit Assets.zip, start.bat und einem Server-Unterordner.
  7. Server tatsächlich starten. Ab jetzt reicht ein Doppelklick auf start.bat im Hauptordner, das Skript kümmert sich um gestaffelte Updates und startet den eigentlichen Server aus dem Server-Unterordner. Eigene Speichereinstellungen lassen sich über eine Datei jvm.options neben start.bat setzen, eine Zeile pro Argument, zum Beispiel:
    -Xms4G
    -Xmx6G
  8. Firewall. Hytale nutzt QUIC über UDP, standardmäßig Port 5520, nicht TCP. Windows fragt beim ersten Start meist selbst nach, falls nicht, per PowerShell als Administrator:
    New-NetFirewallRule -DisplayName "Hytale Server" -Direction Inbound -Protocol UDP -LocalPort 5520 -Action Allow
    Bei einer Portweiterleitung am Router entsprechend nur UDP freigeben, eine TCP-Regel bringt hier nichts.

Linux

  1. Java 25 installieren. Auf aktuellem Ubuntu über die offiziellen Quellen (sudo apt install openjdk-25-jdk) oder, falls dort noch nicht verfügbar, über das Adoptium-Repository, siehe den entsprechenden Abschnitt im Minecraft-Artikel für die genauen Befehle, das Vorgehen ist identisch.
  2. Ordner anlegen und HytaleServer.jar besorgen.
    mkdir -p ~/hytale/mein-server && cd ~/hytale/mein-server
    Die aktuelle HytaleServer.jar von maven.hytale.com/release laden oder über die Downloader CLI beziehen.
  3. Bootstrap starten.
    java -jar HytaleServer.jar --bootstrap
  4. Authentifizieren. Wie unter Windows: /auth login device in der Konsole, die angezeigte URL im Browser öffnen und den Code bestätigen.
  5. Vollständig herunterladen. /update setup in der Konsole, das legt start.sh an und setzt automatisch das Ausführungsrecht (+x), anders als bei einem selbst angelegten Skript ist hier kein manuelles chmod +x nötig.
  6. Server tatsächlich starten.
    ./start.sh
    Auch hier lassen sich eigene JVM-Parameter über eine Datei jvm.options im Hauptordner setzen, dieselbe Syntax wie unter Windows. Für Dauerbetrieb über eine SSH-Sitzung hinaus gilt dasselbe wie bei Minecraft: screen -S hytale, darin ./start.sh, Trennen mit Strg+A dann D, zurückholen mit screen -r hytale.
  7. Firewall. UDP-Port 5520 freigeben, nicht TCP:
    sudo ufw allow 5520/udp
    Alternativ mit iptables direkt: sudo iptables -A INPUT -p udp --dport 5520 -j ACCEPT. Läuft der Server auf einer eigenen Maschine im Heimnetz, entsprechend auch am Router nur UDP weiterleiten.

Wichtige Ersteinstellungen

Anders als Minecraft mit seiner einzelnen server.properties verteilt Hytale die Konfiguration auf mehrere Dateien im Serverordner: config.json für die Server-Grundeinstellungen, whitelist.json, bans.json und permissions.json für Zugriffskontrolle, dazu pro Welt eine eigene config.json unter universe/worlds/.

  • View Distance ist der wichtigste Hebel. Der Standardwert liegt bei 384 Blöcken, das offizielle Server-Handbuch empfiehlt, den maximalen Wert auf 12 Chunks (ebenfalls 384 Blöcke) zu begrenzen, das heißt, der Standardwert liegt bereits an der empfohlenen Obergrenze. Zum Vergleich, ein Hytale-Chunk deckt mit 32 Blöcken doppelt so viel wie ein Minecraft-Chunk (16 Blöcke) ab, ein Minecraft-Vergleichswert von 10 Chunks View Distance entspricht laut Hypixel Studios ungefähr 160 Blöcken. Wer RAM sparen will, geht hier zuerst runter, nicht bei der Spielerzahl.
  • IsPvpEnabled und IsFallDamageEnabled stehen in der jeweiligen Welt-config.json und regeln PvP sowie Fallschaden pro Welt, praktisch für Setups mit mehreren Welten unterschiedlichen Charakters, etwa einer PvP-freien Bauwelt neben einer Survival-Welt.
  • Whitelist. Genau wie bei Minecraft über whitelist.json steuerbar, für eine geschlossene Freundesrunde die einfachste Zugangskontrolle.
  • Mods. Werden als .zip oder .jar direkt in den mods-Ordner gelegt, Downloads unter anderem über CurseForge, das mittlerweile eine eigene Hytale-Kategorie führt.

Mehrere Server verbinden: kein Proxy nötig

Bei Minecraft braucht es für ein Netzwerk aus mehreren Servern, Lobby, Survival, Minigames, einen vorgeschalteten Proxy wie Velocity. Hytale bringt diese Funktionalität von Haus aus mit, ganz ohne zusätzliche Software: Server können Spieler per PlayerRef.referToServer() gezielt auf einen anderen Server umleiten, während der Verbindung ablehnen und zu einem anderen Server umleiten (Connection Redirect), oder Spieler bei einem Serverabsturz automatisch auf einen Fallback-Server umleiten, statt sie ins Hauptmenü zu werfen. Für alle drei Mechanismen ist laut offizieller Dokumentation kein Reverse-Proxy nötig, wer trotzdem einen eigenen Proxy bauen will, kann das über Netty QUIC selbst umsetzen, die Paketdefinitionen liegen direkt in der HytaleServer.jar.

Ein Vorbehalt, der sich nicht wegreden lässt: Protokoll-Lockstep

Das ist der Punkt, an dem sich Hytale gerade noch spürbar wie Early Access anfühlt: Client und Server müssen aktuell exakt dieselbe Protokollversion sprechen, es gibt bislang keine Toleranz für kleine Versionsunterschiede.

Bringt Hypixel Studios ein Update raus, musst du deinen Server zeitnah aktualisieren, sonst können Spieler mit dem neuen Client sich nicht mehr verbinden. Eine Toleranz von bis zu zwei Versionsunterständen ist laut offizieller Dokumentation in Arbeit, aber noch nicht verfügbar.

Bis dahin lohnt sich, den eingebauten Auto-Update-Mechanismus zu nutzen (/update check, /update status, konfigurierbar in config.json unter Update), statt Updates von Hand zu verfolgen, und regelmäßig hytale.com/news im Blick zu behalten.

Für die Absicherung des Servers selbst, jenseits der reinen Firewall-Freigabe, gilt dasselbe wie bei jedem anderen Root-Server auch, dazu mehr in der Server-Hardening-Checkliste. Und weil Hytale noch so jung ist, ändert sich hier mehr als bei Minecraft von einem Update zum nächsten, ein Blick ins offizielle Server-Handbuch vor größeren Änderungen lohnt sich mehr als bei einem etablierten Spiel.

Lieber direkt fertig eingerichtet?

Ich installiere Server-Software, Grundkonfiguration und Portweiterleitung für dich, inklusive Funktionstest und persönlicher Einweisung — 69 €, einmalig.

Server-Setup anfragen